Was ist eigentlich ökologisch korrekt?


An 01.02.10 13:33

Der Klimagipfel in Kopenhagen blieb hinter den Erwartungen zurück. Umweltschützer hatten sich von den Verhandlungen der Großen weit mehr erhofft. Doch im Kleinen Versuchen viele ihren Beitrag für die Umwelt zu leisten, oft stimmt diese Rechnung jedoch hinten und vorne nicht.


Viele Menschen entscheiden sich ganz umweltbewusst dazu, Lebensmittel aus regionaler Produktion zu kaufen. Die Rechnung scheint ganz einfach zu sein: Je kürzer der Transportweg, desto geringer die Schadstoffemission. Wissenschaftliche Studien legen jedoch nun eine andere Sichtweise dar, die Lebenszyklusbetrachtung (carbon life cycle assesssment): Dabei wird auch die auch der Klimaeffekt chemischen Düngers, des fossilen Treibstoffs der Traktoren, der Aufzucht in beheizten Gewächshäusern, der energieintensiven Weiterverarbeitung, der Lagerung und Kühlung und schließlich der Beschaffung durch die Konsumenten (im Supermarkt nebenan oder – spritintensiv – mit dem Auto bei den Bauern in der Umgebung) berücksichtigt. Durch diese Betrachtung differenziert sich das Ergebnis. Nach dieser Rechnung könnten, mit dem Schiff aus Neuseeland nach Deutschland transportierte Äpfel oder Lammkoteletts durchaus eine geringere Belastung für das Klima darstellen, als die gleichen Produkte vom Bauern in der Region. Weitere Faktoren, die nach dieser Lebenszyklusbetrachtung eine wichtige Rolle spielen, sind unter anderem Art des Transportes und die Jahreszeit. Ein Apfel der im Herbst in Deutschland gepflückt und ebendort verkauft wird ist natürlich klimafreundlicher als ein importierter aus Argentinien. Im Sommer jedoch, bevor in Europa die Äpfel geerntet werden, kann der monatelang im Kühlhaus gelagerte europäische Apfel dem, kurz vorher auf der Südhalbkugel gepflückten und mit dem Schiff nach Europa gebrachten Apfel, klimapolitisch unterlegen sein.